Verschiedene Hepatitis-Viren, die man mit Buchstaben von A bis E bezeichnet, sind die häufigsten Ursachen für akute oder chronische Leberentzündungen – eine davon ist die Hepatits B.
Bei der Hepatits B handelt es sich um den weltweit häufigsten Virusinfekt der Leber, der in 90 Prozent aller Fälle akut verläuft. Dauert die Erkrankung jedoch länger als sechs Monate an, liegt die chronische Form vor. Sowohl die akute als auch die chronische Variante können durch Autoimmunkrankheiten, Viren oder Giftstoffe wie Medikamente oder Alkohol ausgelöst werden. Hierzulande werden am häufigsten die Formen B und C festgestellt – die Hepatitis A tritt nicht selten von den Patienten unbemerkt auf. Dank konsequenter Impfungen gegen dieses Virus nimmt die Zahl der weltweit bis dato fast einer Million Toten pro Jahr kontinuierlich ab. In Deutschland kommt es offiziell zu circa 5000 neuen Infektionen pro Jahr – die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich deutlich höher. Hauptsächlich betroffen sind intravenös Drogenabhängige und Homosexuelle; arabischstämmige Personen sind häufig von Geburt an infiziert.
Das Hepatitis-Virus kann zunächst auf dem Blutweg, das heißt über Bluttransfusionen, Tätowierungen etc., übertragen werden – aus diesem Grund zählt medizinisches Fachpersonal zu den besonders gefährdeten Berufsgruppen. Darüber hinaus kann ungeschützter Geschlechtsverkehr mit Infizierten oder der Kontakt mit verunreinigter Nahrung (zum Beispiel durch Fäkalien) zu einer Übertragung der Viren führen. Selbst Muscheln oder Austern können mit Hepatitis-Viren infiziert sein.
Die akute Form der Hepatitis verläuft sehr unterschiedlich, in wenigen Fällen sogar unbemerkt. Häufige Symptome während der Frühphase sind ein allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit, grippeähnliche Anzeichen oder Übelkeit beziehungsweise Geschmacksstörungen. Später kommt es zum Ikterus, das heißt zu einer Gelbsucht: Haut, Schleimhäute sowie das Weiß der Augen färben sich gelb, der Urin wird dunkel. Während der Erholungsphase leiden Betroffene unter starken Erschöpfungszuständen, die mitunter über Monate anhalten. Auch unter chronisch Erkrankten existieren solche, die keinerlei Symptome haben; typische Beschwerden ähneln denen der akuten Variante. Da die Heilungsrate der akuten Hepatits B (im Gegensatz zur chronischen Form) sehr gut ist, empfehlen Ärzte keine gezielte Therapieform.