Schulen für Ergotherapie: Ausbildung und/oder Studium?

Ergotherapeut ist ein anerkannter Heilberuf mit den Schwerpunkten Beschäftigungs- und Arbeitstherapie. Eine Ausbildung zum Ergotherapeuten wird an zahlreichen Fachschulen, teils auch mit begleitendem Studium, angeboten.

In Deutschland wird Ergotherapie, ebenso wie die beiden anderen medizinischen Heilberufe Physiotherapie und Logopädie, nicht im Betrieb, sondern in schulischen Ausbildungsgängen unterrichtet, die, neben dem theoretischen und handwerklichen Unterricht, auch Praktika in verschiedenen Einrichtungen beinhalten. So kann der recht umfangreiche Stoff in nur 3 Jahren vermittelt werden. Mittlerweile gibt es auch Möglichkeiten, ein Hochschulstudium in diesem Bereich zu absolvieren. So kann zusätzlich zum staatlich anerkannten Examen der akademische Grad eines Bachelor of Science erlangt werden. Ein Studium empfiehlt sich vor allem dann, wenn man im Ausland arbeiten möchte, da im europäischen Ausland fast nur auf Bachelor-Ebene ausgebildet wird.

In Deutschland sind die Studiengänge meist kostenpflichtig. Die monatlichen Lehrgangsgebühren für die Ausbildung an einer Fachschule belaufen sich auf etwa 200 – 400 Euro, in wenigen Fällen auch etwas mehr. Hinzu kommen noch die Kosten für Lehrmaterialien, wie z. B. Bücher, Arbeitskleidung, Impfungen etc. Dabei kann zwischen öffentlichen und privaten Schulen unterschieden werden. An staatlichen Schulen wird keine monatliche Gebühr erhoben. Auch gibt es deutlich mehr private Schulen als öffentliche. Dementsprechend hoch ist auch die Anzahl der Bewerber. Die Zugangsvoraussetzungen sind nicht an allen Schulen gleich. Einige Schulen nehmen nur Bewerber mit Realschulabschluss, andere verlangen sogar ein Abitur. Häufig wird auch ein Mindestalter angegeben. Vorerfahrungen im medizinischen Bereich werden in der Regel positiv anerkannt. Bei Schulen mit einem besonders guten Ruf ist der Bewerberandrang entsprechend höher.

Zurzeit befinden sich sowohl das Bildungs- als auch das Gesundheitswesen im Wandel. Daher gibt es noch nicht viele Erfahrungswerte zu den möglichen Vorteilen eines Studiums gegenüber der Ausbildung. Neben einem Vollzeitstudium gibt es auch berufsbegleitende und duale Studiengänge, die die Ausbildung gleich mit dem Studium kombinieren. Aufbauend auf ein Bachelorstudium kann dann auch ein Master absolviert werden, der zur Promotion, also zum Erwerb eines Doktortitels berechtigt.